Modeling Nature
Die Profilinitiative „Modeling Nature“ bündelt aktuelle Forschungsansätze, die von den kulturellen Perspektivierungen des schwer greifbaren, gerade deshalb aber so aufschlussreichen Gegenstandsbereichs Natur ausgehend seine künstlerischen, wissenschaftlichen, technischen und sozialen Verzweigungen verfolgen. Natur spielt in gegenwärtigen geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Debatten eine große Rolle. Weiterentwicklungen innerhalb der Politischen Ökologie, die Rezeption des in der Geologie geprägten Begriffs des Anthropozäns oder kulturwissenschaftliche Ansätze wie Eco-Criticism, Material Turn oder Cultural Animal Studies bieten hier nur einige prominente Beispiele. Die Profilinitiative möchte diese Impulse aufgreifen, die zeitgenössische Diskussionslage sichten und durch die gemeinsame Analyse globaler sozialer und künstlerischer Praktiken anreichern.
Bereits die von der Alexander von Humboldt-Stiftung geförderte Forschungsstelle „Naturbilder“ (2013–2018) hatte den Zusammenhang zwischen visuellen Repräsentationen und abstrakten (wissenschaftlichen oder philosophischen) Konzeptionen von Natur im Blick. Die Profilinitiative schließt hier an und führt zugleich aktuelle Forschungsansätze an der UHH zusammen, die sich momentan in den beiden DFG-Kolleg-Forschungsgruppen „Imaginarien der Kraft“ (seit 2019) und „Zukünfte der Nachhaltigkeit“ (seit 2019, angesiedelt in der WiSo-Fakultät) zentrieren. In der Kolleg-Forschungsgruppe „Imaginarien der Kraft“ wird die Auffassung von Naturkräften von der Antike bis zur Frühen Neuzeit erforscht. Die Kolleg-Forschungsgruppe „Zukünfte der Nachhaltigkeit“ untersucht Zukunftsvorstellungen und Ziele im Zusammenhang mit ökologischem Handeln, Krisenbewältigung und Modernisierung. Einbezogen sind auch kulturwissenschaftliche Forschungsansätze aus Archäologie und Ethnologie, die in historischer und globaler Perspektivierung Visualisierungen von human impact bzw. im Sinne des environmental pluralism das Verhältnis von Alltagswissen und wissenschaftlichem Wissen untersuchen.
Zur Initiative gehören neben kleineren drittmittelfinanzierten Einzelprojekten die folgenden Vorhaben aus der Fakultät für Geisteswissenschaften: