Gruppenarbeiten organisieren
Gruppenarbeiten sind in der Lehre gewinnbringend, weil sie Studierenden die Möglichkeit bieten, ihre Fähigkeiten in der Zusammenarbeit mit anderen zu entwickeln.
Für Sie als Lehrkraft bieten Gruppenarbeiten die Möglichkeit, den Studierenden die Anwendung von Konzepten und Fähigkeiten zu ermöglichen, die im Veranstaltungsverlauf thematisiert wurden.
OpenOlat unterstützt die Durchführung und Organisation von Gruppenarbeiten, durch verschiedene Tools und Funktionen, welche die Organisation und Durchführung von Gruppenarbeiten erleichtern. Insgesamt hilft ein gut konfigurierter OpenOlat-Kurs, die Zusammenarbeit, Kommunikation und Bewertung der Studierenden zu unterstützen.
Wie genau Sie Gruppen anlegen und welche Kursbausteine gut genutzt werden können, erfahren Sie in diesem Abschnitt.
Die im „OpenOlat-Rundgang“ beschriebenen Kursbausteine und Beispiele können Sie auch direkt im gleichnamigen Kurs ausprobieren. Dort finden sie auch zahlreiche andere Praxisbeispiele und Orientierungshilfen.
Wofür sind separate Gruppen in einem OpenOlat-Kurs sinnvoll und wie legt man sie an?
Klassische Gruppenreferate können mit der Gruppen-Funktion im OpenOlat-Kurs produktiv umgesetzt werden, weil die Studierenden somit einen separaten Bereich haben, in dem sie ihre Arbeit selbstständig organisieren können. Es kann zum Beispiel eine OnlyOffice-Seite eingebaut werden, die es den einzelnen Personen der Gruppe möglich macht, gemeinsam an einem Dokument zu arbeiten. Darüber hinaus können Sie dort themenrelevante Informationen für Ihre Studierenden hinterlegen. Die Gruppenmitglieder selbst können in der Gruppe bequem Dateien hoch- und herunterladen. Eine detaillierte Anleitung, wie Sie aus technischer Sicht eine Gruppe in OpenOlat anlegen und konfigurieren können, finden Sie im Benutzerhandbuch unter „Gruppe erstellen“. Die möglichen Kursbausteine in der Gruppe können unter Administration und unter Werkzeuge konfiguriert und für die Gruppenmitglieder bereitgestellt werden (siehe Abb. 1).
Zu den Gruppenwerkzeugen finden Sie im OpenOlat-Benutzerhandbuch eine Beschreibung der Werkzeuge aus Teilnehmendensicht und wie Sie sie als Gruppenbetreuer aktivieren können.
Hinweis: Studierende haben i.d.R. nicht die notwendigen Berechtigungen („Autorenrechte“), um eigene Kurse in OpenOlat anzulegen. Daher ist die Konfiguration einer Gruppe in Ihrem Kurs essenziell, um Studierenden die Möglichkeit der selbstorganisierten Gruppenarbeit in OpenOlat zu geben. Eine weniger bekannte Option ist, dass die Studierenden die Möglichkeit haben, selbst Gruppen in OpenOlat anzulegen. Dabei können sie auswählen, welche Werkzeuge im Gruppenraum verfügbar sein sollen.
Alle Informationen zu Gruppen in OpenOlat finden Sie auf dieser Seite des DL-Portals.
Praxisbeispiel: Referate
Referate sind ein zentraler Bestandteil der Gruppenarbeit in vielen Fächern der Geisteswissenschaften. OpenOlat bietet die Möglichkeit, diese sowohl universell als auch individuell zu strukturieren und übersichtlich zu organisieren. Neben den „Gruppen“ als Orte für eigenständiges Arbeiten besteht die Option, jedem Referat beispielsweise einen eigenen Strukturbaustein zuzuweisen. Innerhalb dieses Strukturbausteins können unterschiedliche Sichtberechtigungen unter dem Konfigurationspunkt „Sichtbarkeit“ festgelegt werden: Während für die Referatsgruppe alles sichtbar wäre, könnten andere Teilnehmer:innen lediglich das "Kick-off-Dokument", den Handout-Ordner und den Feedbackbogen einsehen. Die Sichtbarkeit kann in den Kursbausteinkonfigurationen an die Bedürfnisse der Referatsgruppen angepasst werden. Mit den Kursbausteinen Forum und Ordner bietet OpenOlat den Referatsteilnehmer:innen in den Gruppen die Möglichkeit zum eigenständigen Arbeiten und Absprechen in einem nur für sie zugänglichen und dadurch geschützten Raum.
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Tipp: Kursbaustein Themenbörse Der Kursbaustein „Themenbörse“ bietet eine strukturierte Möglichkeit zur Themenwahl und -vergabe in zwei Schritten. Zuerst geben alle Teilnehmer:innen ihre Themenwünsche und Prioritäten an. Anschließend erfolgt die Zuteilung der Themen, die durch einen fairen Algorithmus gesteuert wird. Dieser Prozess gewährleistet, dass die Vergabe unabhängig von der Reihenfolge der Anmeldung erfolgt und somit einen gerechten Zugang zu den Themen fördert. Bei bestimmten Änderungen ist es weiterhin möglich, dass die Kursbesitzer:innen nachträglich manuelle Anpassungen vornehmen. Detaillierte Informationen zur Einrichtung und Konfiguration des Kursbausteins finden Sie im OpenOlat-Handbuch.
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Praxisbeispiel: Das Lesen von Texten
Das Lesen von Texten bildet oft die Grundlage von Seminaren. Wichtige Texte werden in der Regel zu Beginn verteilt und eigenständig von den Studierenden gelesen. Die Arbeit im Seminar leidet gelegentlich darunter, dass Texte vergessen werden oder aber die Vorbereitungszeit nicht ausreicht, um ein tiefgründiges Verständnis für die präsentierten Ideen zu entwickeln. Eine Lösung für diese Herausforderung kann darin bestehen, Gruppenarbeiten einzusetzen. Längere Texte könnten festgelegten Gruppen im Seminar zugewiesen werden. In den Gruppen können außerdem Expert:innen für die jeweiligen Textabschnitte benannt werden. Anschließend können die Gruppen die Ergebnisse im Seminar präsentieren und mit allen Seminarteilnehmer:innen besprechen. Auf diese Weise steigert sich in der Regel die Beteiligung der Studierenden und der Einstieg in die Diskussion verläuft reibungsloser.
In besonders textintensiven Seminaren könnte es auch feste Gruppen für das gesamte Semester geben. Jede Gruppe bereitet die Texte gemeinsam vor. Die Kleingruppen erhalten entweder wöchentlich unterschiedliche Texte oder verschiedene Leitfragen zum Text. Jede Woche ist eine andere Person in der Kleingruppe für die Vorbereitung verantwortlich und lädt bis zu einem vorgegebenen Datum ein Thesenpapier als Word-Dokument in einen dafür eingerichteten Ordner im Kurs oder in der Gruppe hoch. Die anderen Mitglieder kommentieren und ergänzen diesen Text in der gemeinsamen OnlyOffice-Datei. Eine ausgewählte Person aus der Gruppe entwickelt dann aus allen Notizen die Endversion im gleichen Dokument.
In beiden Fällen haben am Ende alle Seminarteilnehmer:innen an einem Ort Zugriff auf die fertigen Handouts zu den gelesenen Texten, um sie bspw. für die Prüfungsvorbereitung oder auch später im Studium nutzen zu können.
Praxisbeispiel: In einer Gruppe beschreiben
Eine grundlegende Übung für Studierende im Fachbereich Kunstgeschichte ist die Beschreibung von Kunstwerken und Architektur.
In einzelnen Gruppen kann die Übung „Bildbeschreibung“ gewinnbringend sein, da sich dadurch verschiedene Blickwinkel und Erkenntnisse für die nachstehende Diskussion sammeln. So können mit Leichtigkeit erste Eindrücke gesammelt und gleichzeitig die Dynamik im Seminar positiv beeinflusst werden. Hier sehen Sie, wie eine mögliche Gruppenaufgabe, die Sie auf OpenOlat bereitstellen können, aussehen könnte:

Beispielaufgabe: Beschreiben Sie in Ihrer Gruppe das Bild „Der Morgen“ des Künstlers Philipp Otto Runge und halten Sie Ihre Ergebnisse ggf. in Stichpunkten schriftlich fest.
- Was sehen Sie? (Grundlegende Beschreibung)
- Was fällt Ihnen auf?
- Welche Farbgebung können Sie feststellen?
- Welchen kompositorischen Mittel bediente sich der Künstler?
- Welche Assoziationen ruft das Gemälde bei Ihnen hervor?
Diese Aufgabenstellung können Sie in einem OnlyOffice Dokument oder dem Kursbaustein HTML-Seite zur Verfügung stellen.
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Hinweis: Studierende haben i.d.R. keine Berechtigungen, Kurse in OpenOlat anzulegen. Daher ist die Konfiguration einer Gruppe in Ihrem Kurs essenziell, um Studierenden die Möglichkeit der selbstorganisierten Gruppenarbeit in OpenOlat zu ermöglichen. Alle Informationen zu Gruppen in OpenOlat finden Sie auf dieser Seite des DL-Portals. |
Projekte in OpenOlat als geschützter Arbeitsraum für Ihre Studierenden
Die Funktion „Projekte“ ermöglicht Ihren Studierenden selbstorganisiertes Arbeiten in OpenOlat. Projekte können auch eigenständig durch Studierende angelegt werden, was im Gegensatz zur „Gruppen-Funktion“ mit wenigen Klicks erfolgt.
Projekte bieten den Studierenden:
- ein Lernumfeld, sowohl für individuelles als auch gruppenbasiertes Arbeiten
- praktische Kollaborationswerkzeuge für die Echtzeit-Bearbeitung von Dokumenten wie PowerPoint- und Word-Dateien
- eine strukturierte und organisierte Aufgabenverteilung durch „To-dos"
- die zentrale Ablage wichtiger Dokumente, Scans und Bilder an einem Ort
- die Möglichkeit zur Erstellung von Mindmaps mit dem Whiteboard-Tool zur gezielten Themenführung.
Projekte sind unabhängig von Kursen und bieten daher einen geschützten Lehr- und Lernraum für die Studierende, der auch nach Abschluss eines Seminars genutzt werden kann. Die Funktion ermöglicht zudem die Bearbeitung und Organisation von Langzeitaufgaben. Darunter fallen Lerntagebücher sowie Seminar- oder Abschlussarbeiten.
Basierend auf dem Peer-Feedback-Prinzip haben Studierende die Möglichkeit, über das Semester hinweg in Gruppen zu arbeiten, um beispielsweise beim Schreiben von Seminartexten gegenseitig Korrekturen vorzunehmen oder Rückmeldung zu geben. Die klassischen Referate lassen sich dort ebenfalls hervorragend organisieren und gemeinschaftlich bearbeiten. Mithilfe des integrierten OnlyOffice-Programms können sie kollaborativ an einer PowerPoint-Präsentation oder an Stichpunkten arbeiten, Termine koordinieren und Entscheidungen dokumentieren.
Abb. 3: Ein beispielhaftes Projekt in OpenOlat
Für eine schnelle und verständliche Einführung in die Projekte empfehlen wir die Verwendung der folgenden Anleitung:
Darin werden die grundlegenden Funktionen sowie die Einrichtung eines Projekts für Ihre Studierenden erläutert, durch welche sie ihre Lernaktivitäten eigenständig organisieren können. Weitere Informationen zum Thema Projekte können Sie unter diesem Link im OpenOlat-Handbuch nachlesen.
Das Potenzial für kooperative und individuelle Arbeit in der Projekt-Funktion ist besonders hoch. Daher können Sie gerne Ihren Studierenden in Ihren nächsten Seminaren unseren speziell für Sie vorbereiteten Text zukommen lassen.
Sehr geehrte Studierende,
für Ihre kommende Seminararbeit/Gruppenarbeit/etc. möchte ich Ihnen die Nutzung der Projekt-Funktion in OpenOlat ans Herz legen. Diese sollte Ihnen durch das strukturierte Layout und die vielfältigen Funktionen helfen, die anstehenden Aufgaben im Seminar zu bewältigen. Im Anhang finden Sie das PDF des DL-Büros mit Empfehlungen und Anleitungen zur Projekt-Funktion, die bereits mit wenigen Klicks genutzt werden kann.
Mit freundlichen Grüßen
