Digitalstrategie
Die Fakultät für Geisteswissenschaften versteht Digitalisierung als zentrale Querschnittsdimension von Forschung, Studium und Lehre, Transfer und Verwaltung. Unser Ziel ist es, digitale Praktiken nachhaltig zu gestalten und ihre Potenziale für innovative wissenschaftliche Arbeit, zeitgemäße Lehr-Lernszenarien und effiziente Verwaltungsprozesse zu nutzen.
Im Mittelpunkt steht der Ausbau von Digital und Data Literacy in allen Statusgruppen. Diese Kompetenzen ermöglichen eine reflektierte, verantwortungsvolle und aktive Gestaltung der digitalen Transformation von Wissenschaft und Gesellschaft. Dazu gehört sowohl die praktische Anwendung digitaler Methoden als auch deren kritische Analyse – etwa im Hinblick auf ethische Fragen, Nachhaltigkeit, Datenpraktiken und die Auswirkungen neuer Technologien wie generativer KI.
Als geisteswissenschaftliche Fakultät leisten wir insbesondere einen Beitrag zur kritischen Einordnung digitaler Entwicklungen und zur digital gestützten Bewahrung, Erschließung und Erforschung kulturellen Erbes. So verbinden wir digitale Innovation mit wissenschaftlicher Reflexion und gesellschaftlicher Verantwortung.
Das 2025 gegründete Digital Office Humanities (DOH) führt die digitale Infrastruktur sowie die Einrichtungen zur Förderung von Digital und Data Literacy in Forschung und Lehre unter einem fakultätsweiten Dach zusammen. Es vereint alle am Auf- und Ausbau digitaler Kompetenzen beteiligten Einrichtungen der Fakultät: das Digital Humanities Lab (DH Lab), das Medienzentrum GW, das Büro für Digitalität in der Lehre (DL-Büro) sowie die Informationstechnik. Ein enger Kooperationspartner bei der nachhaltigen Digitalisierung von Forschung und Lehre sind die Fachbibliotheken der Fakultät. Damit bildet das DOH die erste Anlaufstelle für Vernetzung, Austausch und Beratung im Bereich digitale Geisteswissenschaften
Nähere Informationen und Maßnahmen finden Sie in der Digitalstrategie der Fakultät für Geisteswissenschaften (PDF) vom 5. Februar 2026.
Geschichte der Digital Humanities in Hamburg
Seit Mitte der 1990er Jahre ist die Fakultät für Geisteswissenschaften thematisch wie methodisch in einer Reihe von Initiativen und Projekten zur Digitalisierung von Forschung und Lehre aktiv. Hervorzuheben sind hierbei u.a.:
- die Entwicklung und Support der Desktopsoftware EXMARaLDA (Transkription, Annotation, Analyse von Sprachkorpora; seit 2000),
- die Entwicklung und der Support der webbasierten Open Access-Plattform CATMA (kollaborative digitale Textanalyse; seit 2008)
- die Gründung des Hamburger Zentrums für Sprachkorpora (HZSK; 2011),
- die Gründung des zentralen Dachverbands der Digital Humanities im deutschsprachigen Raum im Rahmen der DH-Tagung in Hamburg (2012),
- die Gründung des Hamburger KorpusLab (2017) und des Cross Disciplinary Lab Digital Humanities (CDL-DH; 2021),
- die Arbeit im Exzellenzcluster Understanding Written Artefacts, etwa im Research Field F "Data Linking",
- sowie die Einrichtung eines Instituts für Humanities-Centered Artificial Intelligence (CHAI) (seit 2024) mit einer außerordentlichen Professur für Artificial Intelligence in Humanities am Fachbereich Philosophie.
Das Digital Humanities Lab (DH Lab) (DH Lab) dient in Kooperation mit Informatik sowie mit außeruniversitären Einrichtungen wie der SUB der interdisziplinären Vernetzung im Bereich Digital Humanities an der UHH. Seit Ende 2021 ist es Teil des im Rahmen der Digitalisierungsstrategie der UHH gegründeten Hub of Computing and Data Science (HCDS).