Jonathan Krauter

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Promotionsvorhaben
Dialektik des Bruchs. Religiös-sozialistische Impulse für transformative Kritik
Mein Promotionsprojekt untersucht die Gesellschaftskritik von Walter Benjamin, Paul Tillich und Simone Weil in ihrem Rückgriff auf marxistische und theologische Denkfiguren. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie die jeweiligen Kritikformen auf eine Veränderung der bestehenden Verhältnisse abzielen. Leitend ist die These, dass sich die transformative Kraft der Kritik als Dialektik des Bruchs verstehen lässt. Kritik zielt auf eine Disruption der geschichtlichen Kontinuität, um einen Raum für Veränderung zu schaffen. Alle drei Denker*innen lehnen die Idee eines geschichtlichen Fortschritts hin zur klassenlosen Gesellschaft ab, weshalb nur im Bruch mit dem Geschichtsverlauf subversives Potenzial steckt.
Die Überlegungen zur Figur des Bruchs schließen einerseits an marxistische Diskurse zur Alternative von Reform oder Revolution zwischen 1918 und 1945 an. Andererseits entsteht bei den drei untersuchten Denker*innen durch den Bruch eine transzendente Offenheit, die als Messianität, als Gnade oder als Durchbruch des Unbedingten konzeptualisiert wird. In dem Ziel der Herstellung dieser Offenheit steckt das theologische Moment in der von Benjamin, Tillich und Weil geübten Gesellschaftskritik.