Graduiertenkolleg
Nicht nur während der Corona-Pandemie, der Friedlichen Revolution in der DDR, im Osmanischen Reich oder in den Umwälzungen des Spätmittelalters bis zur Reformation: Religionen treten als Krisenakteurinnen in Erscheinung. Wie präfigurieren Religionen angesichts von Krisendiagnostiken soziale Kohäsion? Was tragen sie für gesellschaftlichen Zusammenhalt aus? Diesen zentralen Fragen widmet sich das über die Landesforschungsförderung geförderte Graduiertenkolleg "Krise – Kritik – Kohäsion: Zeitenwenden und Konfigurationen religiös-symbolischer Ordnungen".
Im Zuge kriseninduzierter Prozessierungen von Wissen als symbolische Ordnungen werden mittels Praktiken der Kritik immer auch Fragen sozialer Konfigurationen mitverhandelt, die in direktem Zusammenhang mit Fragen sozialer Kohäsion stehen. Religionsgemeinschaften sind mit ihren religiösen Sinndeutungspraktiken Transformationsansprüchen ausgesetzt und agieren nolens volens als Krisenakteurinnen. Sie wirken krisenverursachend, krisenverstärkend, in konstruktiver Weise krisenbearbeitend, in jedem Fall krisendeutend. Sie greifen in ihren Krisendiagnosen und Kritikpraktiken auf gesellschaftliche, wie im Kontext von Religionsgemeinschaften prozessierte narrativ strukturierte Symbolwelten, Wert- und Normvorstellungen und Ritualpraktiken als Formen verkörperten Wissens zurück.
Seit November 2024 fördert die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG) im Rahmen der Landesforschungsförderung Hamburg (LFF) das Graduiertenkolleg "Krise – Kritik – Kohäsion: Zeitenwenden und Konfigurationen religiös-symbolischer Ordnungen" (GK-UHH-03).