Feld 2: Ökonomische Leitperspektive
Die ökonomische Leitperspektive eröffnet ein Feld, in dem die Reproduktion von Gütern zum Zwecke der Befriedigung von spezifischen Bedürfnissen des Konsums in ihrem Verhältnis zu religiösen Akteuren:innen offengelegt und bearbeitbar wird. Dabei liefern ökonomische Ordnungen einen wichtigen Beitrag für soziale Kohäsion, indem sie Akteur:innen über den Arbeitsmarkt in die Gesellschaft integrieren und über zweckrationale Handlungskoordinationen miteinander in Beziehung setzen. Menschliche Subjekte begegnen sich als Transaktionspartner:innen, sind in einem Rahmen wechselseitiger Erwartungen füreinander als formal gleiche Wirtschaftssubjekte und Konsumenten mit bestimmten emotionalen und kognitiven Stilen konstituiert. Allerdings eignet ökonomischen Logiken eine expansive Tendenz, die dazu führt, dass andere Interaktionsformen von ihnen vereinnahmt und nach dem Muster ökonomischer Abläufe gedeutet und gestaltet werden. Eine Steigerung erfahren derartige Entwicklungen, wenn interpretatorische Ausgriffe auf das Ganze des Lebens erfolgen, ökonomische Gesichtspunkte also weltanschauliche oder religiöse Funktionen übernehmen. Die Ideologie des Kapitalismus ist von dieser Art.