Meret Sophia Henne

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Promotionsvorhaben
Religiös-politische Allianzbildung im Kontext von Krisendiagnosen am Beispiel der deutschen Anti-Abtreibungsdebatte unter Berücksichtigung transatlantischer Einflüsse
Das Promotionsprojekt untersucht religiös-politische Allianzbildung im Kontext der deutschen Anti-Abtreibungsdebatte unter besonderer Berücksichtigung transatlantischer Bezüge zu US-amerikanischen AkteurInnen und Netzwerken. Im Zentrum steht die Frage, wie religiöse Deutungen von Krise und Formen öffentlicher Kritik in politischen Auseinandersetzungen wirksam werden und in welcher Weise sie zur Ausbildung stabiler Kooperationsbeziehungen zwischen religiösen und politischen AkteurInnen beitragen.
Die Arbeit versteht Allianzbildung als relationalen Prozess. Analysiert wird, wie sich aus geteilten Krisendiagnosen, moralischen Ordnungsentwürfen und (religiösen) Autorisierungsstrategien dauerhafte Beziehungsstrukturen entwickeln, die organisatorisch, personell und strategisch verdichtet werden. Transatlantische Bezüge werden dabei nicht vorausgesetzt, sondern als Teil dieser relationalen Konstellationen empirisch rekonstruiert.
Methodisch ist die Untersuchung als qualitatives Forschungsprojekt angelegt und basiert auf der Grounded Theory Methodologie. Die Datengrundlage bilden ethnographische Feldbeobachtungen, leitfadengestützte Interviews sowie die Analyse von Predigten und Social-Media-Inhalten. Ergänzend wird eine qualitative Netzwerkanalyse eingesetzt, um organisatorische Verflechtungen, narrative Parallelen und transatlantische Verbindungen systematisch zu erfassen.